Tourenoptimierung
Tourenoptimierung ordnet Stopps und Fahrzeuge so, dass Kosten, Fahrzeit und Zeitfenster gemeinsam berücksichtigt werden. Definition mit Praxisbeispiel.
Redaktion und Fachprüfung: Max Valjan · Zuletzt aktualisiert: 18. August 2026
Tourenoptimierung ist die rechnerische Verbesserung einer oder mehrerer Touren. Sie bestimmt, welche Stopps welchem Fahrzeug zugeordnet werden und in welcher Reihenfolge sie angefahren werden. Dabei werden mehrere Ziele und Grenzen gleichzeitig berücksichtigt: Fahrzeit, Strecke, Zeitfenster, Kapazität, Servicezeit und Arbeitszeit.
So unterscheidet sie sich von Tourenplanung
Tourenplanung beschreibt den gesamten operativen Prozess vom Auftrag bis zur ausführbaren Tour. Die Optimierung ist der mathematische Teil darin: Sie vergleicht viele zulässige Varianten und bewertet sie anhand festgelegter Ziele. Die Disposition entscheidet anschließend, ob der Vorschlag im Betrieb sinnvoll ist.
Welche Daten sind nötig?
- Abhol- und Lieferadressen mit Zeitfenstern
- realistische Lade-, Warte- und Servicezeiten
- Fahrzeugstandorte, Kapazitäten und Ausstattung
- Fahrer-Verfügbarkeit und betriebliche Regeln
- Prioritäten sowie feste oder verbotene Zuordnungen
Fehlt etwa die Information, dass eine Rampe nur bis 14 Uhr annimmt, kann die kürzeste Route trotzdem unbrauchbar sein. Gute Optimierung macht deshalb auch Annahmen und Regelverletzungen sichtbar.
Praxisbeispiel
Ein Kurierdienst plant acht Stopps zunächst in der Reihenfolge des Auftragseingangs. Die Strecke beträgt 146 Kilometer. Nach Berücksichtigung der Standorte, zweier enger Zeitfenster und einer Rückladung ergibt sich eine zulässige Tour mit 119 Kilometern. Die Ersparnis beträgt 27 Kilometer; gleichzeitig sinkt die geplante Leerstrecke von 38 auf 19 Kilometer. Die konkrete Wirkung hängt jedoch immer vom Auftragspool und den verwendeten Kostensätzen ab.
Wichtige Optimierungsziele
Ein einziges Ziel reicht selten. Minimale Kilometer können zu Verspätungen führen, maximale Fahrzeugauslastung zu langen Umwegen. In der Praxis werden Ziele gewichtet und harte Bedingungen – etwa Fahrzeugtyp oder Zeitfenster – zuerst abgesichert. Neue Aufträge erfordern eine erneute Berechnung und eine aktualisierte ETA.
Tourenoptimierung im TMS
In einem TMS greifen Auftragsdaten, automatische Vorschläge, Fahrerstatus und Zustellnachweise ineinander. Maxmove stellt Optimierungsvorschläge im operativen Kontext bereit; die Disposition kann sie prüfen und anpassen. So bleibt die Entscheidung nachvollziehbar, auch wenn sich Aufträge oder Verkehrslage ändern.
Acht Stopps neu geordnet
Ein synthetisches Beispiel macht Strecke und Leeranteil vergleichbar.
Eingangsreihenfolge
146 km
38 km davon leer
Optimierte Tour
119 km
19 km davon leer
Differenz
−27 km
bei gleichen 8 Stopps
Eigene Maxmove-Modellrechnung mit synthetischen Daten; reale Ergebnisse hängen von Aufträgen und Restriktionen ab.