LKW-Maut-Rechner: Mautkosten pro Strecke berechnen
Kilometer, Gewichtsklasse und CO₂-Klasse eingeben – der Rechner zeigt die Mautkosten auf Basis der offiziellen Toll-Collect-Mautsätze.
- Offizielle Mautsätze (Toll Collect / BFStrMG)
- Alle CO₂-Klassen 1–5
- Kostenlos, ohne Anmeldung
Maut berechnen
Mautkosten
0,00 €
Rechensatz: 34,8 ct/km (Euro-VI-Fahrzeug)
Mautsätze gültig seit 2024-07-01 (Stand-Prüfung 08/2026). Ältere Euro-Klassen zahlen in CO₂-Klasse 1 mehr; Handwerker-Ausnahmen unter 7,5 t möglich.
Wie funktioniert die LKW-Maut in Deutschland?
Die LKW-Maut gilt auf Autobahnen und Bundesstraßen für Fahrzeuge über 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse (tzGm). Der Mautsatz pro Kilometer setzt sich aus vier Teilsätzen zusammen: Infrastruktur, Luftverschmutzung, Lärmbelastung und – seit Dezember 2023 – einem CO₂-Aufschlag. Je schwerer das Fahrzeug und je schlechter die CO₂-Emissionsklasse, desto höher der Satz.
Emissionsfreie LKW (CO₂-Klasse 5) sind bis 30.06.2031 vollständig mautbefreit. Die Sätze in diesem Rechner entsprechen der offiziellen Toll-Collect-Tariftabelle für Euro-VI-Fahrzeuge – dem Standardfall moderner Diesel-LKW. Abgerechnet wird über das mautpflichtige Streckennetz; die tatsächlich mautpflichtigen Kilometer können von der Gesamtstrecke abweichen.
Für die Kalkulation heißt das: Die Maut ist kein pauschaler Aufschlag, sondern eine streckenabhängige Position, die je nach Fahrzeug zwischen etwa 11 und 35 ct pro Kilometer liegt. Auf einer Relation Köln–Hamburg macht allein die CO₂-Klasse einen Unterschied von deutlich über 30 € aus – Grund genug, sie vor der Angebotsabgabe zu kennen.
LKW-Maut berechnen in drei Schritten
- 1
Mautpflichtige Kilometer ermitteln
Nicht die Gesamtstrecke zählt, sondern nur der Anteil auf Autobahnen und Bundesstraßen. Innerorts- und Zufahrtskilometer bleiben außen vor – bei kurzen Relationen macht das schnell 20 % Unterschied.
- 2
Gewichtsklasse und Achszahl wählen
Maßgeblich ist die technisch zulässige Gesamtmasse (tzGm), nicht das aktuelle Ladegewicht. Ab 18 t entscheidet zusätzlich die Achszahl über den Satz – ein Fünfachser zahlt mehr als ein Dreiachser.
- 3
CO₂-Emissionsklasse eintragen
Die CO₂-Klasse steht in der Fahrzeugdokumentation und wird bei der Mautbuchung hinterlegt. Klasse 1 ist der Standard, Klasse 5 (emissionsfrei) ist bis 30.06.2031 mautbefreit.
Mautsätze je Gewichts- und CO₂-Klasse (ct/km)
| Gewichtsklasse | Kl. 1 | Kl. 2 | Kl. 3 | Kl. 4 | Kl. 5 |
|---|---|---|---|---|---|
| 3,5–7,49 t | 15,1 | 14,7 | 14,4 | 11,4 | 0,0 |
| 7,5–11,99 t | 17,7 | 17,3 | 16,9 | 13,7 | 0,0 |
| 12–18 t | 23,8 | 23,4 | 22,8 | 18,8 | 0,0 |
| über 18 t, bis 3 Achsen | 30,3 | 29,7 | 29,0 | 24,2 | 0,0 |
| über 18 t, 4 Achsen | 32,4 | 31,8 | 31,0 | 25,8 | 0,0 |
| über 18 t, ab 5 Achsen | 34,8 | 34,0 | 33,2 | 26,9 | 0,0 |
Offizielle Sätze für Euro-VI-Fahrzeuge, gültig seit 2024-07-01 (Quellen: Toll Collect, BFStrMG Anlage 1). CO₂-Klasse 5 = emissionsfrei, mautbefreit bis 30.06.2031.
Woraus sich der Mautsatz zusammensetzt
Der Kilometersatz ist keine einzelne Zahl, sondern die Summe von vier Teilsätzen nach BFStrMG Anlage 1. Das erklärt, warum zwei gleich schwere LKW unterschiedlich viel zahlen: Drei der vier Teilsätze hängen an Eigenschaften des Fahrzeugs, nicht an der Ladung.
| Teilsatz | Deckt ab | Hängt ab von |
|---|---|---|
| Infrastruktur | Bau, Betrieb und Erhaltung der Straße | Gewichtsklasse und Achszahl |
| Luftverschmutzung | Kosten der Schadstoffemissionen | Euro-Schadstoffklasse des Motors |
| Lärmbelastung | Kosten der Lärmemission | pauschal, für alle mautpflichtigen Fahrzeuge gleich |
| CO₂-Aufschlag | Kosten der CO₂-Emissionen, seit Dezember 2023 | CO₂-Emissionsklasse 1 bis 5 |
Beispiel: Sattelzug über 18 t, 5 Achsen, Euro VI, CO₂-Klasse 1
15,5 + 2,3 + 1,2 + 15,8 = 34,8 ct/km
Die Aufteilung unterscheidet sich je Gewichtsklasse. Wir zeigen sie nur für den Referenzfall, weil das der Fall ist, den die meisten meinen, wenn sie nach dem Mautsatz für einen 40-Tonner fragen – und weil nur dort die Teilsätze exakt gegen den veröffentlichten Gesamtsatz aufgehen.
Wo und für wen die Maut gilt
Mautpflichtig sind alle Autobahnen und seit 2018 auch alle Bundesstraßen – rund 52.000 Kilometer. Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen sind mautfrei. Wer eine Bundesstraße nur kreuzt, fährt mautfrei; wer auf ihr fährt, zahlt ab dem ersten Kilometer.
Die Mautpflicht beginnt bei über 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse. Das gilt seit dem 01.07.2024 auch für Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 t – ein Punkt, der viele Handwerks- und Kurierbetriebe erstmals betrifft. Entscheidend ist die tzGm laut Fahrzeugschein, nicht das tatsächliche Gewicht.
Diese Fahrzeuge sind ausgenommen
- Omnibusse
- land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge bis 40 km/h Bauartgeschwindigkeit
- Fahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Polizei
- Fahrzeuge der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte
- emissionsfreie Fahrzeuge (CO₂-Klasse 5) bis 30.06.2031
Die Handwerkerausnahme
Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 t sind von der Maut befreit, wenn sie von einem Handwerksbetrieb genutzt werden und dabei Material, Ausrüstung oder Maschinen befördern, die für die Ausübung des Handwerks benötigt werden – oder handwerklich gefertigte Güter des eigenen Betriebs. Reine Warenauslieferung fällt nicht darunter: Wer Waren verkauft und zustellt, statt sie im Rahmen einer handwerklichen Leistung zu verbauen, ist mautpflichtig. Der Betrieb muss in der Handwerksrolle eingetragen sein oder einem handwerksähnlichen Gewerbe angehören; bei einer Kontrolle ist der Nachweis mitzuführen.
Was die CO₂-Klasse ausmacht – und wie man sie verbessert
Die CO₂-Emissionsklasse ordnet ein Fahrzeug nach seinem CO₂-Ausstoß relativ zu einem Referenzwert seiner Fahrzeuggruppe ein. Klasse 1 ist der Standard für ältere und durchschnittliche Fahrzeuge, die Klassen 2 bis 4 setzen zunehmend strengere Minderungen voraus, Klasse 5 bedeutet emissionsfrei. Der Unterschied ist erheblich: Zwischen Klasse 1 und Klasse 4 liegen bei einem Fünfachser rund 8 ct pro Kilometer – auf 100.000 Jahreskilometern also ein fünfstelliger Betrag. Die Einstufung erfolgt über die Fahrzeugdokumentation und muss beim Mautbetreiber hinterlegt werden; ohne Nachweis wird automatisch Klasse 1 abgerechnet.
Was typische Relationen an Maut kosten
Berechnet für einen Sattelzug über 18 t mit 5 Achsen in CO₂-Klasse 1 – der Standardfall im Fernverkehr. Die Kilometer sind der mautpflichtige Anteil, nicht die Gesamtstrecke.
| Relation | Mautpflichtige km | Maut |
|---|---|---|
| Köln – Hamburg | 420 km | 146,16 € |
| Hamburg – München | 760 km | 264,48 € |
| Berlin – Frankfurt | 520 km | 180,96 € |
| Regionaltour im Ruhrgebiet | 120 km | 41,76 € |
Richtwerte auf Basis der offiziellen Sätze. Der exakte Betrag hängt von der tatsächlich gefahrenen mautpflichtigen Strecke ab – rechnen Sie oben mit Ihren eigenen Kilometern.
Wie die Maut bezahlt wird
Automatisch per On-Board-Unit
Das fest eingebaute Fahrzeuggerät bucht die mautpflichtigen Kilometer automatisch. Der Standardweg für alle, die regelmäßig fahren – kein Einbuchen vor jeder Fahrt, monatliche Abrechnung.
Manuelle Einbuchung
Über App oder Web-Portal vor Fahrtantritt. Sinnvoll für gelegentliche Fahrten, aber fehleranfällig: Die eingebuchte Strecke muss gefahren werden, sonst verfällt sie oder es entsteht eine Mautlücke.
EETS-Anbieter
Europäische Mautdienstleister rechnen mehrere Länder über ein Gerät und eine Rechnung ab. Für den internationalen Verkehr meist die sauberste Lösung.
Die Maut ist eine Betriebsausgabe und vorsteuerabzugsberechtigt. Wer als Subunternehmer fährt, sollte vertraglich klären, wer sie trägt – üblich ist eine Weiterberechnung an den Auftraggeber.
Was passiert, wenn die Maut fehlt
Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) kontrolliert automatisiert über Kontrollbrücken, mobil und im Betrieb. Wer nicht oder zu niedrig eingebucht hat, zahlt die Maut nach – rückwirkend, notfalls pauschal über eine geschätzte Strecke – plus Bußgeld. Fehlerhafte Angaben zur Gewichts- oder CO₂-Klasse werden wie eine Nichtentrichtung behandelt, auch wenn sie unabsichtlich waren. Für Flotten ist deshalb weniger das einzelne Bußgeld das Problem als die Nachforderung über einen längeren Prüfzeitraum.
Häufige Fragen zur LKW-Maut
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