Ladungssicherung LKW
Ladungssicherung im LKW und Transporter: 80/50/50-Regel, VDI 2700, Niederzurren vs. Direktzurren, Verantwortung und Bußgelder – kompakt für die Praxis.
Redaktion und Fachprüfung: Max Valjan · Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2026
Im gewerblichen Güterverkehr ist Ladungssicherung keine Kür, sondern Berufsalltag mit klaren technischen Regeln: § 22 StVO, die VDI-Richtlinie 2700 und die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften definieren, wie Ladung auf LKW und Transporter gesichert sein muss.
Die 80/50/50-Regel
Grundlage jeder Sicherung sind die anzusetzenden Beschleunigungskräfte:
- nach vorn: 0,8 g – die Ladung muss mit 80 % ihres Gewichts gegen Verrutschen nach vorn gesichert sein
- zur Seite: 0,5 g – 50 % des Ladungsgewichts
- nach hinten: 0,5 g – 50 % des Ladungsgewichts
Eine 1.000-kg-Palette braucht also eine Sicherung, die nach vorn 800 kg Kraft aufnimmt – deutlich mehr, als ein einzelner locker gespannter Gurt leistet.
Niederzurren vs. Direktzurren
- Niederzurren (kraftschlüssig): Gurte pressen die Ladung auf die Ladefläche und erhöhen die Reibung. Einfach, aber kraftintensiv – die nötige Vorspannkraft steigt schnell auf viele Gurte. Antirutschmatten (Reibbeiwert ~0,6) reduzieren die Zahl der Gurte drastisch und sind deshalb Profi-Standard.
- Direktzurren (formschlüssig ergänzt): Gurte, Ketten oder Netze verbinden feste Zurrpunkte direkt mit der Ladung (Diagonal-, Schräg- oder Kopfschlingenzurren). Nimmt Kräfte direkt auf und ist bei schweren Gütern effizienter.
- Formschluss: Ladung lückenlos an Stirnwand und Bordwände stellen, Lücken mit Paletten oder Stausäcken füllen – die Basis, auf der alles andere aufbaut.
Zurrgurte müssen gekennzeichnet (Etikett mit LC/STF-Angaben) und unbeschädigt sein; beschädigte Gurte gehören aussortiert.
Wer ist verantwortlich?
Die Verantwortung ist mehrstufig verteilt – und alle Beteiligten können belangt werden:
- Fahrer: Kontrolle vor Fahrtantritt und unterwegs (verkehrssichere Verstauung)
- Verlader/Absender: beförderungssichere Verladung
- Halter/Unternehmer: geeignetes Fahrzeug, Zurrmittel, Schulung und Organisation
Bei Kontrollen drohen Bußgelder für Fahrer (ab 60 € mit Punkt bei Gefährdung) und Halter/Verlader (deutlich höher); bei Unfällen kommen Strafverfahren und Regress hinzu. Die Weiterfahrt wird bis zur Nachsicherung untersagt.
Praxis-Checkliste vor Abfahrt
- Ladungsgewicht und Verteilung prüfen (Achslasten!)
- Formschluss herstellen, Lücken füllen
- Antirutschmatten unterlegen
- Gurte nach Plan setzen und Vorspannung prüfen
- Vorbehalte und Besonderheiten im Frachtbrief dokumentieren
Die vollständige Abfahrtkontrolle als Checkliste zum Ausdrucken gibt es kostenlos in unseren Vorlagen.
Wer Transporte beauftragt statt selbst fährt: Bei einer Direktfahrt mit Maxmove übernimmt der Fahrer die fachgerechte Sicherung – vom Paket bis zur Palette, mit passendem Fahrzeug und Equipment.