Ladungssicherung
Ladungssicherung nach § 22 StVO: Methoden, Hilfsmittel, Verantwortlichkeiten und Bußgelder – plus praktische Regeln für die Ladungssicherung im PKW und Transporter.
Geprüft von Max Valjan, Gründer von Maxmove · Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2026
Ladungssicherung bedeutet, Ladung so zu verstauen und zu sichern, dass sie „selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen" kann – so verlangt es § 22 StVO. Das gilt für den 40-Tonner genauso wie für den privaten Kombi.
Warum das so wichtig ist
Bei einer Vollbremsung aus 50 km/h wirkt auf die Ladung ein Vielfaches ihres Gewichts. Ein ungesicherter 30-kg-Karton wird dabei zum Geschoss mit mehreren hundert Kilogramm Aufprallkraft. Die anerkannten Regeln der Technik (u. a. VDI 2700) gehen davon aus, dass Ladung nach vorn mit 80 % ihres Gewichts gesichert sein muss, zur Seite und nach hinten mit 50 %.
Die zwei Grundmethoden
- Formschlüssige Sicherung: Die Ladung wird lückenlos an Bordwände, Trennwände oder andere Ladungsteile gestellt – Lücken werden mit Polstern oder Leergut gefüllt. Die einfachste und oft wirksamste Methode.
- Kraftschlüssige Sicherung: Zurrgurte pressen die Ladung auf die Ladefläche (Niederzurren) und erhöhen so die Reibung; Antirutschmatten verstärken den Effekt deutlich.
In der Praxis kombiniert man beides: dicht packen, schwere Teile nach unten und an die Stirnwand, dann verzurren. Wie das im gewerblichen Verkehr mit der 80/50/50-Regel, VDI 2700 und den richtigen Zurrmitteln funktioniert, zeigt der Eintrag Ladungssicherung LKW.
Ladungssicherung im PKW
Auch im Privatwagen gilt § 22 StVO. Die wichtigsten Regeln:
- Schwere Gegenstände in den Kofferraum, möglichst an die Rücksitzlehne; nichts lose auf die Hutablage.
- Rücksitzlehnen verriegeln, Trenngitter oder -netz nutzen, wenn vorhanden.
- Zurrösen im Kofferraum verwenden; lose Kleinteile in Boxen oder Taschen bündeln.
- Ragt Ladung nach hinten hinaus, gilt: bis zu 1,5 m erlaubt (bis 3 m unter Bedingungen), ab 1 m Überstand ist eine Kennzeichnung (z. B. rote Fahne) Pflicht.
Wer Sofa oder Waschmaschine im eigenen Pkw nur „irgendwie reinlegt", riskiert mehr als ein Bußgeld – oft ist ein Kleintransport mit passendem Fahrzeug die sicherere und am Ende günstigere Lösung. Alle Details inklusive der Antwort auf die Führerschein-Theoriefrage finden Sie im Eintrag Ladungssicherung im PKW.
Wer ist verantwortlich?
Die Verantwortung verteilt sich auf mehrere Schultern: den Fahrer (Kontrolle vor Fahrtantritt), den Verlader (beförderungssichere Verladung) und den Halter (geeignetes Fahrzeug und Ausrüstung). Bei Verstößen drohen Bußgelder ab etwa 35 €, mit Gefährdung 60 € und ein Punkt in Flensburg – bei Unfällen zusätzlich haftungs- und versicherungsrechtliche Folgen.
Häufige Fragen
Reicht es, schwere Ladung einfach „dicht zu packen"? Formschluss ist eine anerkannte Methode – aber nur, wenn wirklich keine Lücken bleiben und die Bordwände die Kräfte aufnehmen können.
Sind Antirutschmatten Pflicht? Nein, aber sie erhöhen den Reibbeiwert erheblich und reduzieren die nötige Zurrkraft – Standard in der professionellen Ladungssicherung.
Gilt § 22 StVO auch für kurze Strecken? Ja, ohne Ausnahme. Die meisten Ladungsunfälle passieren auf Kurzstrecken, weil dort am seltensten gesichert wird.