CMR-Frachtbrief
Der CMR-Frachtbrief ist das Standarddokument für grenzüberschreitende Straßentransporte in Europa. Wann er Pflicht ist, welche Felder er enthält und wie die Haftung nach CMR funktioniert.
Geprüft von Max Valjan, Gründer von Maxmove · Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2026
Der CMR-Frachtbrief ist das Standarddokument des grenzüberschreitenden Straßengüterverkehrs in Europa. Die Abkürzung CMR steht für das französische Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route – das Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr von 1956, dem heute über 50 Staaten angehören.
Wann gilt die CMR?
Die CMR gilt zwingend, sobald Übernahme- und Ablieferungsort in zwei verschiedenen Staaten liegen und mindestens einer davon CMR-Vertragsstaat ist – also praktisch bei jedem Lkw-Transport von Deutschland ins europäische Ausland und umgekehrt. Sie regelt den Frachtvertrag, die Haftung und die Beweisführung; abweichende Vereinbarungen zulasten der CMR sind weitgehend unwirksam.
Aufbau: die wichtigsten Felder
Der CMR-Frachtbrief ist ein standardisiertes Formular mit durchnummerierten Feldern, u. a.:
- Feld 1–2: Absender und Empfänger mit Anschrift
- Feld 3–4: Ablieferungs- und Übernahmeort (mit Datum)
- Feld 5: beigefügte Dokumente
- Feld 6–12: Kennzeichen, Anzahl der Packstücke, Verpackungsart, Bezeichnung des Gutes, Bruttogewicht
- Feld 13: Anweisungen des Absenders (z. B. Zollabwicklung)
- Feld 16–17: Frachtführer und nachfolgende Frachtführer
- Feld 18: Vorbehalte und Bemerkungen des Frachtführers
- Feld 22–24: Unterschriften von Absender, Frachtführer und Empfänger
Ausgestellt werden drei Originale: eines für den Absender, eines begleitet die Ware, eines behält der Frachtführer.
Haftung nach CMR
Die CMR begrenzt die Haftung des Frachtführers bei Verlust oder Beschädigung auf 8,33 Sonderziehungsrechte (SZR) je Kilogramm Rohgewicht – aktuell rund 10 € pro Kilo. Wer wertvolle Güter transportiert, sollte deshalb den Warenwert deklarieren (Feld 6/Sondervereinbarung) oder eine Transportversicherung abschließen. Wichtig für die Praxis: Vorbehalte bei Übernahme und Ablieferung (Feld 18 bzw. Quittung) sind das zentrale Beweismittel im Schadensfall – Schäden immer vor der Unterschrift dokumentieren.
Unterschied zum nationalen Frachtbrief
Für Transporte innerhalb Deutschlands gilt der Frachtbrief nach § 408 HGB – dort ist das Dokument freiwillig. Der CMR-Frachtbrief ist dagegen im internationalen Verkehr faktisch unverzichtbar: Ohne ihn wird die Abwicklung an Grenzen, bei Kontrollen und im Schadensfall erheblich schwieriger.
eCMR: der digitale CMR-Frachtbrief
Das Zusatzprotokoll zur CMR erlaubt den elektronischen Frachtbrief (eCMR) – Deutschland hat es ratifiziert, die Umsetzung läuft europaweit. Statt drei Papier-Durchschlägen entstehen digitale Datensätze mit elektronischen Unterschriften. In Kombination mit digitalem Abliefernachweis wird der komplette internationale Transport papierlos dokumentiert – von der Übernahme bis zur quittierten Zustellung.
Häufige Fragen
Ist der CMR-Frachtbrief Pflicht? Die CMR gilt auch ohne Frachtbrief – aber das Dokument ist das zentrale Beweismittel und wird bei Kontrollen und von Auftraggebern faktisch immer verlangt.
Wer füllt den CMR-Frachtbrief aus? In der Regel der Absender bzw. der Spediteur in dessen Auftrag; Absender und Frachtführer unterschreiben.
Wo bekomme ich CMR-Formulare? Eine kostenlose CMR-Frachtbrief-Vorlage mit Ausfüllhilfe gibt es in unserem Vorlagen-Bereich – alternativ als Blanko-Vordrucke im Fachhandel oder digital über TMS- und eCMR-Lösungen, die das Formular automatisch erzeugen.